Lkw-Maut: Zwei Kostensprünge innerhalb weniger Monate erwartet


Um insgesamt 2,5 Milliarden Euro werden ab 2019 die Belastungen für den Straßengüterverkehr in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr steigen. Dies ist das Ergebnis des vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegebenen neuen Wegekostengutachtens (WGK). Bereits die regionale Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte 40.000 km umfassende Fernstraßennetz zum 1. Juli 2018 wird einen enormen Kostenschub in Höhe von 2 Milliarden Euro auslösen. Die zusätzlichen Belastungen werden zum Beginn kommenden Jahres durch die vorgesehene gesetzliche Anhebung der Mautsätze für Lkw über 7,5 Tonnen dann um weitere 500 Millionen Euro ansteigen.

„Dieser doppelte Kostensprung in der Logistik wird nicht ohne Auswirkungen auf Fracht- und Verbraucherpreise bleiben“, prognostiziert Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV). „Denn die zum Erhalt der Straßeninfrastruktur eingesetzte entfernungsabhängige Verkehrswegeabgabe wirkt faktisch wie eine Verbrauchssteuer. Nur wenn Industrie, Handel und Verbraucher als direkte Urheber von Gütertransporten ihren Anteil leisten, werden sie ihren Anspruch auf universelle Verfügbarkeit aller Waren an jedem Ort und zu jeder Zeit aufrecht halten können.“

Den Bestand einheitlicher Mautsätzen auf Autobahnen und Bundesstraßen im zukünftigen Bundesfernstraßenmautgesetz begrüßt der DSLV. „Dies trägt deutlich zur transparenten Kostendarstellung der Logistik gegenüber ihren Kunden bei“, so Huster. „Die Speditionsbranche baut auf die Akzeptanz der verladenden Wirtschaft für die durch gesetzliche Maßnahmen verursachten zwei Kostensprünge innerhalb kürzester Zeit.“

Die Angleichung der Mautsätze hat ihren Preis: Anders als bisher sollen auch den besonders emissionsarmen EURO VI-Fahrzeugen zukünftig externe Kosten für Luftverschmutzung und Lärm angelastet werden. Vier-achsige Fahrzeuge dieser Emissionsklasse größer 18 Tonnen werden mit einer Anhebung der Mautsätze (von 11,7 auf 18,7 ct/km) bis zu 59 Prozent besonders belastet. Für die besonders schadstoffarmen fünf-achsigen 18 Tonner und größer steigen die Mautkosten (von 13,5 auf 18,7 ct/km) immerhin noch um 38,5 Prozent. Moderne EURO VI-Lkw legen in Deutschland heute bereits 65 Prozent aller mautpflichtigen Kilometer zurück.

Quelle: Pressemitteilung des DSLV (PDF der Presseitteilung herunterladen)

Zum DSLV: Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistik-branche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), ein-schließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unter-nehmen mit mehr als 550.000 Beschäftigten.