Seefracht mit erheblichen Verzögerungen

Seeschiffe müssen wegen der Corona-Pandemie in den Häfen teils sehr lange auf das Laden oder Löschen ihrer Ladung warten. Die vor einigen Wochen aufgelöste Blockade des Suezkanals hat die ohnehin schon stark strapazierte Lieferkette noch mehr belastet. Dadurch kamen laut Hapag-Lloyd 369 Schiffe nicht mehr weiter, darunter neun Frachter der Hamburger Reederei.

Auch die Verfügbarkeit von Containern wird sich in den kommenden sechs bis acht Wochen als schwierig darstellen. Hintergrund ist, dass zum einen viele der Stahlboxen auf Schiffen gebunden sind, die außerhalb der Häfen warten müssen, und zum anderen, dass sich auch die Verweil- und Transitzeiten an Land massiv erhöht haben.

Unternehmen brauchen Risikomanagement

Schon zu Beginn der Pandemie wies Andreas Hartmann auf die sich einstellenden Veränderungen für die Unternehmen und insbesondere auch die Logistikbranche hin. „Die so genannte Werkbank in China wird schon jetzt mehr und mehr hinterfragt“, macht er deutlich, dass die Abhängigkeit von Zulieferern eines der größten Probleme in den Betrieben sein wird. Die Folge werde eine nachhaltige Veränderung der Produktionsabläufe sein, prognostizierte er. Die Folge wäre eine Abkehr von der Kostenminimierung, hin zu mehr Liefersicherheit.

Durch den Vorfall im Suezkanal ist bei vielen Unternehmen wieder das Thema Risikomanagement in den Vordergrund gerückt. Unternehmen brauchen mindestens einen Plan B für ihre Supply Chains. Derzeit ist deutlich zu sehen, dass Verzögerungen eines Verkehrsträgers unmittelbare Auswirkungen auf die alternativen Verkehrswege mit sich bringen.